Volkswagen hat sich auf das Pariser Klimaabkommen verpflichtet und bilanzielle CO2-Neutralität bis 2050 angekündigt. Bei der Senkung der CO2-Emissionen setzen die Marken des Konzerns auf die Elektrifizierung ihrer Fahrzeugflotten. Um CO-Neutralität zu erreichen, verfolge das Unternehmen drei Prinzipien: CO2 wirksam und nachhaltig reduzieren, die Energieversorgung auf erneuerbare Energien umstellen, nicht vermeidbare Emissionen kompensieren.
Im Fokus der Nachhaltigkeits-Betrachtung von Pkw steht die CO-Neutralität über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs, die sogenannte Ökobilanz, Umweltbilanz oder auch Produktlebenszyklus-Analyse – auf Englisch „Life Cycle Assessment“ (LCA). LCA gliedert die Produktion und das Leben eines Autos in vier Abschnitte: die Lieferkette, die Produktion, die Nutzungsphase und das Recycling am Ende des Fahrzeuglebens:
Volkswagen hat sich auf das Pariser Klimaabkommen verpflichtet und bilanzielle CO2-Neutralität bis 2050 angekündigt. Bei der Senkung der CO2-Emissionen setzen die Marken des Konzerns auf die Elektrifizierung ihrer Fahrzeugflotten. Um CO-Neutralität zu erreichen, verfolge das Unternehmen drei Prinzipien: CO2 wirksam und nachhaltig reduzieren, die Energieversorgung auf erneuerbare Energien umstellen, nicht vermeidbare Emissionen kompensieren.
Im Fokus der Nachhaltigkeits-Betrachtung von Pkw steht die CO-Neutralität über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs, die sogenannte Ökobilanz, Umweltbilanz oder auch Produktlebenszyklus-Analyse – auf Englisch „Life Cycle Assessment“ (LCA). LCA gliedert die Produktion und das Leben eines Autos in vier Abschnitte: die Lieferkette, die Produktion, die Nutzungsphase und das Recycling am Ende des Fahrzeuglebens:
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| ( Bild © VW ) |
Die folgende Grafik von VW zeigt die durch die LCA sichtbar werdenden „Hot Spots“ in der Herstellung des ID.3. Es handelt sich dabei um die Bereiche und Fertigungsschritte, bei denen viel CO2 entsteht:
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| ( Bild © VW ) |
Beim ID.3 verursacht die Herstellung des Batteriesystems über 40 Prozent der CO2-Emissionen. Die Batterie wird von VW nicht selbst produziert, bei dieser Komponente steht deshalb die Lieferkette im Fokus: die vorgelagerte Produktion von Material und Bauteilen bis hin zum Abbau der dafür benötigten Rohstoffe.
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| ( Bild © VW ) |
Die Lieferkette spielt bei der Elektromobilität eine wesentliche Rolle, weil die Produktion leistungsstarker Batterien viel Energie erfordert. Bei der Herstellung eines Elektroautos entsteht daher deutlich mehr CO2 als bei einem Fahrzeug mit klassischem Benzin- oder Dieselmotor – im Schnitt das 1,5-fache. „E-Autos haben also gegenüber konventionellen Antrieben vom Start weg einen Nachteil in der CO2-Bilanz“, so VW. „Konsequenter Klimaschutz muss deshalb früh ansetzen.“ Bei der Herstellung der Batterie bedeute dies vor allem, konsequent Grünstrom einzusetzen, um die Umweltbelastung zu senken.
Die Batteriezellen im Kern des Batteriesystems für den ID.3 liefert das koreanische Unternehmen LG Chem, das die Zellen in Europa herstellt und dafür in eine Fertigungsstätte in Polen investierte. Volkswagen erklärt, mit LG Chem vereinbart zu haben, dass für die Fertigung der Batteriezellen ausschließlich zertifizierter Grünstrom bezogen wird. So sänken die CO2-Emissionen aus diesem Bereich fast auf null.
Weitere Schwerpunkte für CO2-Reduzierungen in der Lieferkette betreffen die Stahlproduktion und die Herstellung der E-Motoren. Beim Stahl sind VW zufolge durch komplexe Prozesse in einigen Jahren Einsparungen bis zu 70 Prozent möglich. Beim E-Motor verwende man für das Gehäuse aufbereitetes Aluminium. Das Einsparpotenzial dieser und anderer Maßnahmen liege bei 50 Prozent.
CO2 entsteht auch in der Komponentenfertigung, im Karosseriebau, der Lackiererei und der Montage. Der ID.3 wird im sächsischen VW-Werk Zwickau gebaut, das zu einem Teil durch die Volkswagen Kraftwerk GmbH mit Strom aus Wasserkraftwerken, Wind- und Solarparks beliefert wird. Weitere Energie produziert Zwickau in einem eigenen, mit Erdgas betrieben Blockheizkraftwerk. Als weiteres Beispiel für CO2-Einsparungen in Zwickau nennt VW nach der neuesten Energieeinsparverordnung erweiterte oder neu gebaute Hallen, die den Strom-, Wasser- und Wärmeverbrauch minimieren.
Was in Zwickau in der Fertigung nicht vermieden werden kann, wird über Klimaschutzprojekte kompensiert. VW konzentriert sich dabei zunächst auf aktiven Waldschutz und Wiederaufforstung in den Tropen. Mit einem ersten Projekt auf der indonesischen Insel Borneo kompensiert der Autobauer die derzeit noch unvermeidbaren CO2-Emissionen, die beim ID.3 entstehen, bevor dieser an Kunden ausgeliefert wird.
VW betont, dass Elektroautos für eine bestmögliche Umweltbilanz nach der Herstellung konsequent mit Ökostrom geladen werden sollten, nur so sei mit dem ID.3 CO2-neutrale Mobilität möglich. Das Unternehmen hat dazu die auf Ökostrom- und Ladelösungen spezialisierte Tochter Elli gegründet. Unterwegs können Fahrer auf die Ladeinfrastruktur des Gemeinschaftsunternehmen Ionity zurückgreifen, an dem Volkswagen beteiligt ist. Ionity will bis 2020 entlang der europäischen Hauptverkehrsadern 400 Schnellladestationen errichten, die – wo möglich – zu 100 Prozent regenerativen Strom bieten.
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( Bild © VW )
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Am Ende des Fahrzeuglebens steht das Recycling. Für den ID.3 wird dazu aktuell am Volkswagen-Standort Salzgitter eine Recycling-Pilotanlage für Lithium-Ionen-Batterien errichtet. Dort soll der Recycling-Prozess optimiert und der CO2-Fußabdruck der Batterieherstellung durch den Einsatz von wiedergewonnen Rohstoffen reduziert werden. Das Recycling soll einen geschlossenen Kreislauf ergeben. Volkswagen arbeitet zudem an Konzepten zur Zweitnutzung für die Hochvoltbatterien im stationären Bereich, um die CO2-Bilanz seiner Elektroautos weiter zu verbessern.